Menschen in Duisburg

Was wir denken, fühlen und sehen

Was passiert am Üttelsheimersee fragen sich hier viele Menschen

Bäume retten??? 

Warum wollen wir Bäume retten, uns dafür  noch an sie ketten.

Steht der Baum doch meist im Wege und braucht auch noch so viel Pflege.

Seiner Krone Blätterpracht hat ne Menge mitgemacht, täglich reinigt er die Luft, verteilt im Ganzen seinen Duft.

Gerne würd ich bei ihm ruhn, doch hab ich noch so viel zu tun.

Täglich schuften immerzu und auch abends keine Ruh.

Da stört er oft, der blöde Baum und aus ist`s mit dem Frischlufttraum.

Häuser, Straßen und Fabriken bieten eine Menge Geld, so dass auch der letzte Held, sich dieser Macht selbst unterstellt.

Doch schenkt der Baum uns Tag für Tag all das was ich am Leben mag. Er hält für mich den Lärm zurück, schenkt mir zu seinen Füßen einen ruhigen Augenblick. Er schenkt vielen Tieren Lebensraum, für Eichhörnchen ein echter Traum. Wer reinig sonst die Luft für uns, die wir so sehr verschmutzen, und auch an heißen Sommertagen mag ich den Schatten nutzen. Im Frühjahr gibt es Blütenpracht, im Spätsommer und Herbst hat er aus scheinbar „Nichts“ viele Früchte gemacht.

Was soll ich da noch sagen zu diesem Geschenke, dass erst wenn er fort ist, ich immer an ihn denke? 

Duisburg 27.10.2018                       C. Beckmann

 

Bäume

Eine Kindheit in den 60ern, das Dorf am Niederrhein,

eng die Straßen, engstirnig und engherzig die Menschen.

Weit und weitherzig die Landschaft – Weizenfelder, Bruchlandschaft

nicht zurechtgestutzte Spielplätze – viel Platz zum Spielen,

viel Platz für Fantasie und Träume

Bäume, die echte Typen waren, Zweige in alle Tageszeiten

groß und hoch bis zum Kinderzimmer im dritten Stock der Kastanienbaum

Verbindung zum Himmel für Gedankenflüge und Luftsprünge

Verbindung zur Erde und zum Schwerfälligen, Festhaltenden,

bleierne Gesetze des „das gehört sich nicht“

Ein Fenster zur Welt gleichzeitig

und ein grünes Versteck vor der Welt der Erwachsenen.

Tür an Tür mit Frau Taube und nur ein Stockwerk tiefer als Familie Krähe

und im Untergeschoss Familie Ratte.

Trost war dort und Geborgenheit wie sonst nirgends

Klein und runzelig der Kletterbaum am Nordkanal,

die unteren Äste nicht abgesägt

gerade richtig für kurze Kinderbeine

und Platz für mindestens sechs Freundinnen auf den Ästen

und 12 Kinderarme dick

Schicksal für so manchen Rock und so manche Hose

und zugehörigen Boden

Mit der rauhen Rinde außen Abbild für die verletzliche Seele?

Erst gestern meinte der Physiotherapeut:

Völlig überflüssig, eine Stunde zu joggen,

wenn man ein Mal täglich auf einen Baum klettern kann.

Voll Würde und Anmut die Trauerweide im Seespiegel

Zweige, die Körper und Seele streicheln,

Zufluchtsort nach Ohrfeigen von Eltern, Lehrer und Pastor

Wurzelfriedhof für die Toten,

Ruhe in Frieden, kleine Kohlmeise!

Versteck auch für kleine Botschaften,

die von Angesicht zu Angesicht auszusprechen

nicht möglich waren

Die Linde im Schwimmbad

heiß begehrt im Sommer, der Schattenplatz

dafür lohnt sich das frühe Aufstehen in den Ferien

und die lange Fahrradfahrt.

Gerne geteilt mit neuen Freunden

aus Italien, Greichenland und der Türkei.

 

Lindenblüten und Chlor

so riecht die erste Liebe

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Xylem und Phloem, Photosynthese und …

Bäume auf naturwissenschaftlich

und nichts verlieren sie von ihrem Zauber

Bäume – eine Liebe fürs Leben und für Generationen

Quelle: Ulla

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